Wie du mit deinem Hund sportlich aktiv sein kannst.

Inkl. Schritt für Schritt-Anleitung zum Radfahren mit Hund.

Katrin Müller, 31.05.2022

Der Hund muss noch raus und Sport wolltest du heute auch noch machen? Einkaufen, putzen und das Abendessen mit Freunden…. Irgendwie ist der Tag zu kurz!

Es gibt viele Möglichkeiten, den Hund in den Sport zu integrieren. Die beliebtesten Sportarten, bei denen der Hund auf seine Kosten kommt, ist das Joggen und Radfahren.

Joggen mit Hund, geht das?

Joggen zusammen mit dem Hund gar nicht so schwierig, wie es scheint. Voraussetzung ist ein Hund, der auch Lust und Spaß an der Bewegung hat. Viele andere Komponenten spielen aber auch eine wichtige Rolle. Die Hundeleine sollte eine optimale Länge haben. Spezielle Systeme zum Joggen sind im Handel erhältlich und können um den Bauch des Joggers gebunden werden. Ist sie zu lang, läuft der Hund unter Umständen voraus oder hängt nach. Hängt er nach, ist das ein Zeichen von beginnender Erschöpfung. Vergiss nicht, dein Hund schwitzt nicht so wie du. Er kompensiert die Wärme durch die Anstrengung oder das warme Wetter, indem er hechelt. Spätestens jetzt solltest du eine Pause machen und dir und deinem Hund etwas zu trinken gönnen. Wahrscheinlich trägst du beim Joggen spezielle Kleidung, die atmungsaktiv und luftdurchlässig ist. Dein Hund trägt Fell, welches er nicht mal eben wechseln kann. Berücksichtige bitte, je nach Wetter, welches Fell dein Hund mit sich trägt und wie es sich auf die Temperatur auswirken könnte.

Das richtige Timing ist wichtig!

Früh morgens oder abends bietet sich eine Laufrunde eher an, denn in der Mittagsrunde kann euch die Sonne an eure Grenzen bringen und im schlimmsten Fall einen Hitzschlag bei dir und auch bei deinem Hund verursachen.

Empfehlenswert ist auch eine Sonnencreme für dich und deinen Vierbeiner. Es gibt spezielle Sonnencremes für Hunde. Je weniger Fell dein Hund hat, desto wichtiger ist der Sonnenschutz. Vor allem auf der Nase, an den Ohren und auf dem Kopf. Es gibt sogar coole Caps für deinen Hund.

Welche Laufschuhe sind am besten?

Die richtigen Schuhe für dich sollten leicht und ergonomisch sein. Viele Orthopäden und Sanitätshäuser bieten eine Laufanalyse für kleines Geld an. Es ist eine absolut sinnvolle Investition und hilft bei der Auswahl des richtigen Schuhs.

Wer seinem Hund schon einmal Hundeschuhe angezogen hat, weiß, wie lustig die ersten Schritte aussehen können. Zum Joggen und auf langen Strecken, sind diese Schühchen nicht sehr empfehlenswert. Dennoch ist es nicht unwichtig, die Pfötchen deines Vierbeiners zu schützen. Im Sommer kann der heiße Asphalt oder Sand (je nachdem, wo du Laufen gehst) die Pfötchen empfindlich verbrennen. Im Winter könnte Schnee und Eis ein Problem werden. Nicht zu vergessen, das Streusalz, welches sich gerne zwischen den Zehen deines Vierbeiners ansammelt und Hautreizungen sowie Entzündungen verursachen kann. Hier kann etwas Vaseline oder ein konzentriertes Aloe Vera Gel Abhilfe schaffen. Einfach die Pfötchen vor der Runde damit einreiben und nach der Runde unbedingt die Pfötchen unter fließendem Wasser abwaschen, damit das Streusalz und Sand nicht zwischen den Zehen verbleiben. Anschließend mit einer pflegenden Creme einreiben. Im Sommer bietet es sich an, schattige Gegenden zum Joggen auszuwählen, z. B. ein Park oder im Wald. Auch Wiesen können angenehm kühl unter den Pfoten sein.

Rad fahren mit Hund, geht das?

Das ist durchaus möglich, sofern dein Hund ein Energiebündel mit viel Power ist. Radfahren ist um ein paar Km/h schneller als beim Joggen, daher solltest du dich beim Radeln dem Tempo deines Hundes anpassen. Bedenke auch hier die Temperatur, das Wetter und die Ausrüstung, wie schon oben beschrieben. Auch für das Fahrrad gibt es spezielle Halterungen, um die Hundeleine daran zu befestigen. Denn wie beim Joggen auch, solltest du beide Hände frei haben, um deine Bewegungen gleichmäßig und ergonomisch ausführen zu können.

Leinenführung ist das A und O!

Wichtig ist, dass der Hund eine gute Führung an der Leine behält und auf deine Kommandos hört. Musst du z.B. an der Ampel bremsen und dein Hund läuft einfach weiter, kann das sehr unangenehme Folgen haben! Dein Vierbeiner sollte sicher an der Leine laufen können, ohne sich von anderen Dingen ablenken zu lassen. Andere Hunde, schreiende Kinder können die Aufmerksamkeit der Hunde ablenken und sie dazu veranlassen, plötzlich die Richtung zu wechseln oder laut bellend an der Leine zu ziehen.

Wie gewöhne ich einen Hund an das Laufen neben einem Fahrrad?

Es ist unheimlich wichtig, seinen Vierbeiner gut zu kennen und ihn langsam an das Laufen mit Fahrrad zu gewöhnen. Anfangs haben viele Hunde Angst vor dem Rad, also sollte der Hund das Fahrrad erstmal kennenlernen und beschnuppern dürfen. Nach Möglichkeit, ohne Leine und auf sicherem Gelände beschnuppern lassen, so dass er sich nicht eingeengt fühlt, wenn das Rad dann um einen Meter bewegt wird.  Er sollte die Möglichkeit haben, zu entscheiden, wieviel Abstand er zum Rad haben möchte. Nach einigen Tagen und Metern, sollte er sich daran gewöhnt und Vertrauen aufgebaut haben, dass sich das Fahrrad manchmal bewegt und es ihm nichts tut.  Die Strecke des Fahrrads sollte sich Tag für Tag etwas verlängern. Wenn alles gut funktioniert und der Hund das Fahrrad akzeptiert, folgt der nächste Schritt.

Der nächste Schritt:

Zu Fuß mit dem Hund an der Leine gehen und das Rad dabei nebenher schieben. Achte dabei auf deinen Hund und stresse ihn nicht, indem du die Akzeptanz erzwingst. Hat er Stress, mach einen Schritt zurück und taste dich langsam heran. Versuche es am nächsten Tag erneut! Sobald der Hund neben dir und dem Fahrrad Beifuß her läuft ohne Anzeichen von Stress oder Anspannung, ist der Schritt geschafft. Belohne ihn bitte für jeden Erfolg, damit er Bestätigung erhält! Nur dann macht er begeistert weiter und bleibt aufmerksam.

Die 1. Fahrt

Hat er sich an dein Fahrrad gewöhnt, kannst du dein Fahrrad langsam als Tretroller verwenden. Dein Hund sollte lernen, dass du nicht immer zu Fuß mit ihm unterwegs bist. Das Benutzen des Rades als Tretroller ist ein langsames Herantasten und hilft, bei Bedarf (Panik oder Stress des Hundes) schneller absteigen zu können, als wenn man direkt aufsitzt. Der Hund gewöhnt sich schnell daran und muss dann auch lernen, seine Geschwindigkeit anzupassen. Er sollte möglichst gleich schnell mit dir laufen können. Sobald sich der Hund daran gewöhnt hat und parallel mit deinem Fahrrad mitläuft, kannst du dich aufsetzen und langsam die Geschwindigkeit steigern. Bitte bedenke aber auch hier, das Limit des Hundes ist dein Limit!

Woran merke ich Stress und Erschöpfung beim Hund?

Dein Hund wird dir nicht zurufen: „Ey, ich kann nicht mehr!“ Der Hund verringert seine Geschwindigkeit, hechelt sehr schnell und die Zunge hängt weit heraus. Eine Pause und Trinken helfen hier sehr schnell. Man sollte jedoch spätestens jetzt den Heimweg antreten, denn dein Hund ist nach der Pause und dem Wasser nicht gleich wieder voll belastbar. Schalte einen Gang runter und macht euch entspannt auf den Weg nach Hause.

Ähnlich verhält er sich bei Stress. Dabei bekommt man jedoch nur schwierig seine Aufmerksamkeit und Kommandos können im Nichts verhallen. Meistens liegt die Ursache bei einem Auslöser. Möglicherweise hat er sich erschreckt oder ein anderer Hund hat ihn aufgeregt. Auch hier ist es sinnvoll, eine Pause einzulegen und Wasser zu geben. Die Ursache sollte natürlich umgangen werden, also raus der unangenehmen Situation, damit sich der Hund wieder entspannen kann. Nähe und Zuwendung können ebenfalls hilfreich sein.

Es ist also möglich, zusammen mit seinem Hund sportlich aktiv zu sein! Viel Erfolg…